Die zunehmende Vernetzung von Industrieanlagen birgt erhebliche Sicherheitsrisiken. Ein IT-Sicherheitsexperte warnt vor mangelhaften Prüfverfahren bei der Entwicklung vernetzter Kühlsysteme, die beispielsweise in Rechenzentren, Krankenhäusern oder Lebensmittelbetrieben zum Einsatz kommen. Solche Anlagen sind oft kritische Infrastruktur, deren Ausfall schwerwiegende Folgen hat.

Das Problem: Hersteller bringen vernetzte Geräte auf den Markt, ohne dass diese ausreichend auf Cybersecurity getestet werden. Schwachstellen in der Authentifizierung, unverschlüsselte Kommunikation oder voreingestellte Passwörter ermöglichen es Angreifern, diese Systeme ferngesteuert zu manipulieren. Eine bewusste Sabotage durch Systemmanipulation ist dann ebenso möglich wie ein massiver Betriebsausfall.

Der Experte fordert daher verbindliche Standards für die Sicherheitsprüfung solcher Komponenten bereits bei der Entwicklung. Ein unabhängiges Zertifizierungsverfahren könnte sicherstellen, dass nur sichere Systeme in den Markt kommen. Dies betrifft nicht nur Kühlsysteme, sondern alle Arten von IoT- und Betriebstechnik in kritischen Bereichen.

Für KMU mit eigenen Rechenzentren, Serverräumen oder Produktionsanlagen bedeutet dies: Es ist wichtig, vernetzte Systeme genau auf ihre Sicherheit zu prüfen, bevor sie eingebaut werden. Standardpasswörter sollten sofort geändert werden, und die Systeme müssen in einer isolierten, überwachten Netzzone betrieben werden. Regelmässige Sicherheitsaudits sind unerlässlich.