Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat eine Warnung ausgegeben: Ein bisher empfohlenes Verfahren der Post-Quanten-Kryptografie wird nicht mehr als sicher eingestuft. Dies zwingt Unternehmen, ihre Verschlüsselungsstrategien zu überdenken und anzupassen.

Post-Quanten-Kryptografie ist ein Bereich, der sich auf Verschlüsselungsmethoden konzentriert, die auch gegen zukünftige Quantencomputer resistent sind. Quantencomputer könnten theoretisch heute gültige RSA- und ECC-Verfahren brechen, weshalb neue Algorithmen entwickelt wurden.

Das BSI hatte ein bestimmtes Verfahren als Standard empfohlen. Neue Erkenntnisse zeigen aber, dass dieses Verfahren Schwächen aufweist, die es weniger zuverlässig machen. Organisationen, die sich auf diesen Standard verlassen, müssen nun handeln.

Die Wahl einer quantensicheren Verschlüsselung ist für Unternehmen komplex geworden. Es gibt mehrere konkurrierende Standards, und noch nicht alle Systeme unterstützen alle Verfahren. Eine Einzellösung gibt es nicht. Organisationen müssen abwägen zwischen Sicherheit, Kompatibilität, Performance und Implementierungsaufwand.

Für Schweizer IT-Verantwortliche bedeutet dies: Überprüfen Sie Ihre kryptografischen Schlüssel und Zertifikate. Falls Sie noch auf dem veralteten BSI-Standard aufbauen, planen Sie eine Migration zu einem der aktuellen Standards (beispielsweise den vom NIST standardisierten Verfahren). Dies kann Zertifikate, VPN-Konfigurationen, Code-Signing und mehr betreffen. Arbeiten Sie mit Ihrem Security-Team oder externem Consulting zusammen, um einen Migrationsplan zu erstellen. Dokumentieren Sie die Übergänge und testen Sie sie gründlich vor dem Produktiveinsatz.