Eine Analyse zeigt, dass viele deutsche Gesundheitsämter bei der Digitalisierung hinterherhinken. Während Privatunternehmen längst auf digitale Prozesse setzen, arbeiten Behörden vielfach noch mit Papier, veralteten Systemen und ineffizienten manuellen Prozessen. Dies ist nicht nur ein Komfort-Problem, sondern beeinträchtigt auch die Leistungsfähigkeit der öffentlichen Gesundheit.
Gründe sind vielfältig: Budgetmangel, mangelnde IT-Expertise in Behörden, politische Trägheit und unterschiedliche Standards zwischen föderalen Bundes- und Landesstrukturen. Während die COVID-19-Pandemie zeigte, wie wichtig digitale Systeme für schnelle Meldungen und Reaktionen sind, wurden Verbesserungen bisher nicht systematisch umgesetzt.
Konkret bedeutet dies: Infektionsmeldungen dauern länger, Kontaktverfolgung ist arbeitsintensiv und fehleranfällig, und zentrale Datenerfassungen sind nicht miteinander vernetzt. Dies erschwert schnelle Reaktionen auf Ausbrüche oder Pandemien.
Für Schweizer Behörden und KMU im Gesundheitssektor ist dies indirekt relevant: Es zeigt, wie wichtig Digitalisierung in kritischen Infrastrukturen ist. Schweizer Kantone sollten von diesen Lektionen lernen und ihre Gesundheitsämter proaktiv digitalisieren. Für private Anbieter im Gesundheitswesen kann dies Geschäftschancen bieten, indem sie Behörden bei der Digitalisierung unterstützen.
Dies ist auch ein politisches Signal: Öffentliche Infrastruktur braucht kontinuierliche Investitionen, nicht nur in Beton und Fahrzeugen, sondern auch in IT. Sonst entstehen langfristig massive Ineffizienzen und Sicherheitsrisiken.
