Ein kalifornisches Gesetz zwingt Tech-Konzerne, ihre Algorithmen für junge Nutzer zu schärfen. Personalisierte Empfehlungen sollen begrenzt und Autoplay eingeschränkt werden, um die psychische Gesundheit von Jugendlichen zu schützen. Google, Meta und TikTok klagen nun dagegen vor Gericht.

Das Gesetz basiert auf Forschungsergebnissen, die zeigen, dass Algorithmen-gesteuerte Inhaltsempfehlungen junge Menschen stundenlang in Apps halten können, was zu Schlafmangel, Konzentrationsstörungen und mentalen Belastungen führt. Das kalifornische Regelwerk würde es Plattformen erlauben, weniger aggressiv zu personalisieren und das Autoplay-Feature nicht standardmässig zu aktivieren.

Die Tech-Konzerne argumentieren, dass solche Regulierungen gegen ihre Redefreiheit verstossen und wirtschaftlich verheerend seien. Sie behaupten, dass ihre Empfehlungssysteme besser seien als das, was ein generische Ansatz für alle Nutzer bewirken könne. Ausserdem könne sich ein Minderjähriger ja auch mit Elternkontrolle schützen.

Für IT-Dienstleister und Agenturen in der Schweiz ist dies Entwicklung relevant, weil sie zeigt, wie Regulatoren weltweit verstärkt auf «Plattformethik» reagieren. Wenn Kalifornien neue Regeln setzt, folgen oft andere Regionen nach oder führen ähnliche Massnahmen ein. Unternehmen, die Apps oder digitale Dienstleistungen betreiben, sollten daher überlegen, ob ihre Algorithmen und Personalisierungslogik zukunftsfest sind. Ein generisch angepasstes Erlebnis für Minderjährige oder zusätzliche Kontrollmöglichkeiten könnten bald zur Standardanforderung werden, nicht nur in den USA, sondern auch in Europa.